Zertifizierte Trauerbegleiterin Katrin Wiebking

Zertifizierte Trauerbegleiterin

Katrin Wiebking

Urlaub trotz Trauer?

Trauer verläuft nicht geradlinig. Urlaub kann je nach Umstand unterschiedlich betrachtet werden:

Erholung auf physischer und mentaler Ebene: Ein Ortswechsel kann dir ermöglichen, für eine Weile den Verpflichtungen des Alltags zu entkommen. Du musst nicht funktionieren, einkaufen oder den Haushalt führen.

Abstand zum Alltag: Zuhause erinnert oft jeder Winkel an den Verlust. Ein neuer Ort kann Abstand ermöglichen und Raum zum Durchatmen schaffen.

Trauerzeit ohne Störungen: Während der Urlaubszeit kannst du bewusst weinen, nachdenken oder Erinnerungen bewahren – ohne die Angst, von Nachbarn oder Kollegen gestört zu werden.

Wichtig zu wissen: Trauer reist immer im Gepäck mit. Ein Urlaub ist keine Flucht, bei der die Trauer magisch verschwindet. Aber die veränderte Umgebung kann dir helfen, besser mit ihr umzugehen. Es kann aber auch anstrengend sein, wenn man sich unter Druck setzt, „genießen zu müssen“.

Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Manche Menschen möchten direkt nach einem Verlust verreisen, andere fühlen sich erst Monate später dazu bereit.

Falls du dir unsicher bist, beantworte diese Fragen selbst:

Tipps für die Reiseplanung in Trauerzeiten

Falls du eine Auszeit nimmst, mach deine Reise so stressfrei wie möglich:

Kein Leistungsdruck: Verzichte auf straffe Sightseeing-Pläne oder anstrengende Gruppenreisen. Plane stattdessen viel „Pufferzeit“ ein, in der du einfach nichts tust.

Die richtige Begleitung: Reise entweder allein (wenn du absolute Ruhe brauchst) oder mit Menschen, bei denen du ganz du selbst sein kannst – vor denen du also auch weinen darfst, ohne dich erklären zu müssen.

Vertraute Orte wählen: Oft ist ein bekannter Ort (z. B. die Lieblingshütte in den Bergen oder der vertraute Strand) besser als ein völlig neues Abenteuer, da er Sicherheit und Orientierung bietet.

Ehrlichkeit zu dir selbst: Wenn du am zweiten Tag merkst, dass du eigentlich nur im Hotelzimmer liegen und weinen willst, dann ist das völlig okay. Es gibt kein „falsches“ Verhalten im Urlaub.

Ein Urlaub muss nicht perfekt oder fröhlich sein, um sinnvoll zu sein. Man kann am Strand sitzen, wandern oder eine Stadt erkunden und gleichzeitig trauern. Beides kann nebeneinander existieren.

Impressum:
Katrin Wiebking
Unterm Schradweg 22
31558 Hagenburg
Tel.: 05033 – 97 10 38
trauerbegleitung@meerregion.de